Holzbretter richtig pflegen

Ihr neues Schneidebrett aus edlem Holz haben Sie erfolgreich ausprobiert. Sie wissen, dass es nichts in der Spülmaschine zu suchen hat. Alle Speisereste wurden mit heißem Wasser sorgfältig entfernt. Sie haben Ihr Holzbrett sogar mit Salz und Zitronensaft desinfiziert und vollständig durchtrocknen lassen. Aber das Brettchen sieht nicht mehr so schön honigbraun glänzend wie am Beginn aus, sondern deutlich stumpfer. Sie fragen sich nun, wie Sie das gute Stück pflegen sollen, damit es wieder wie neu wirkt und möglichst lange hält. Hier erfahren Sie, welches Öl am besten für die Pflege geeignet ist.

Kann man altes Salatöl nehmen?

Im Keller stand doch noch ein ranzig gewordenes Olivenöl, kann ich das nicht verwenden? Ja, das dürfen Sie, allerdings wird Ihr Brett dann ebenfalls etwas muffig riechen. Wahrscheinlich wird Sie das stören.

Olivenöl als Pflegemittel

Ist denn die Ölsorte Olivenöl überhaupt eine gute Wahl? Jein. Prinzipiell können Sie auch Ihr neues Olivenöl verwenden, aber es hat den Nachteil, dass es immer flüssig bleibt und nicht verharzt, also durch Oxidation mit Luftsauerstoff fest wird. Dadurch müssen Sie das Brett recht oft nachölen. Es könnte auch sein, dass das ins Holz gezogene Olivenöl durch Wärme und Licht im Laufe der Zeit ranzig wird und dann schlecht riecht. Das Gleiche gilt auch für Mandelöl, Kokosnussöl und Rizinusöl, diese Ölsorten bleiben auch immer etwas flüssig.

Halbtrockner

Wie wäre es dann mit Sonnenblumen- oder Rapsöl? Diese Pflanzenöle werden als halbtrocknend bezeichnet, d. h. sie brauchen bis zur vollständigen Verharzung sehr lange und sind damit ebenso wenig geeignet. Auch bei diesen Varianten besteht die Möglichkeit, dass eingezogenes Pflanzenöl ranzig und somit schlecht duftend wird. Weitere halb trocknende Öle sind Erdnussöl, Kürbisöl und Distelöl. 

Harzer

Ein recht gut geeignetes Pflegemittel ist Leinöl. Diese Substanz verharzt relativ zügig und bringt das Schneidbrett zum Glänzen. Gekochtes Leinöl trocknet noch schneller als rohes Leinöl.  Diese Ölsorte wirkt leicht gelblich; der Gelbton verschwindet aber durch UV-Licht. Auch das teure Walnussöl ist gut geeignet. Es verleiht dem Brett einen besonders schönen Braunton. Das beste verharzende Öl ist Tungöl. Es hat leider den Nachteil, nach ranzigem Speck zu riechen. Manche Tungölvarianten duften sogar nach Fäkalien.

Knüllen ist gefährlich

Ein mit Leinöl getränkter Lappen darf niemals zusammengeknüllt weggeworfen werden, da er sich entzünden kann. Warum? Während des Trocknens erwärmt sich das Öl; bei zu wenig Luftkontakt kann es zu hoher Hitzeentwicklung bis zum Entflammen kommen. Deswegen sollten Sie den Lappen, den Sie zum Einölen verwendet haben, nach getaner Arbeit ausbreiten und schön abtrocknen lassen.

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Wie öle ich?

Geben Sie etwas Pflanzenöl auf einen Baumwolllappen. Mit diesem Tuch sollten Sie das Holz großzügig abreiben. An manchen Stellen wird das Öl vielleicht länger stehen bleiben und Pfützen bilden. Macht nichts. Nach 15 bis 30 Minuten nehmen Sie dieses überschüssige Öl mit dem Lappen auf. So bilden sich keine dunklen Flecken.

Wenn Sie diesen Pflegeprozess regelmäßig und mit Liebe durchführen, werden Sie lange Freude an Ihrem Schneidbrett haben.

Autorin: Alexa Sabarth