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Englische Küche: von wegen nichts als fettiges Fastfood

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Die englische Küche ist fettig und ungenießbar? Von wegen! England hat viele traditionelle Köstlichkeiten zu bieten und die Küche ist durch internationale Einflüsse zur abwechslungsreichen Fusions-Küche geworden. Entdecken Sie mit uns traditionelle Hausmannskost und moderne Multi-Kulti-Küche aus England.

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Inhalt:

Englische Esskultur

Am bekanntesten sind die Engländer für ihr reichhaltiges englisches Frühstück. Zu Toast mit gesalzener Butter werden Black Pudding, Konfitüre, Eier, Müsli serviert. Die berühmteste Variante kombiniert das Toast mit Spiegelei, gebackenen Bohnen in Tomatensauce, Würstchen und gebratenen Tomaten. Da viele Menschen in England sich früher der Landwirtschaft widmeten, war ein stärkendes Frühstück für einen Tag mit harter Arbeit auf dem Feld notwendig.

Die Zubereitung eines so reichhaltigen Frühstücks ist jedoch sehr aufwendig und zeitintensiv, weshalb die Engländer es heutzutage zu Hause nur selten kochen. Am Morgen bleibt vor der Arbeit im Büro zu wenig Zeit und es wird wie bei uns nur ein schnelles Frühstück mit Toast und Frühstücksflocken gegessen. Auf den Speisekarten von Hotels, Cafés und Imbissen darf das Full English Breakfast gerade deshalb nicht fehlen.

Englisches Sonntagsessen: Sunday Roast

Am Sonntag gibt es in vielen Haushalten noch immer den Sunday Roast. Dann wird so richtig aufgetischt und es gibt Leckereien aus der englischen Küche, wie Lammbraten, Rind, Schwein und dazu gebackene Kartoffeln (roasted potatos), Yorkshire-Pudding, Erbsen, Pastinaken, grüne Bohnen und so weiter. Beliebte Saucen sind die Minzsauce zum Lamm und eine Apfelsauce zu Schwein. Rind wird mit einer Meerrettichsauce verfeinert.

Danach gibt es eine süße Kleinigkeit zum Nachtisch. Die englische Küche hat unzählige leckere Desserts zu bieten. Dazu gehört der traditionelle Ricepudding (Milchreis), Trifle und warmer Kuchen mit Vanilleeis oder Vanillesauce (custard). Der Nachtisch an sich wird in Englang pudding genannt, was bei uns häufig für Irritationen sorgt, wenn dann kein herkömmlicher Pudding auf den Tisch kommt.

Beliebte Zutaten in der englischen Küche, sind Kartoffeln, Lamm und Fisch. Kartoffeln werden zu Kartoffelbrei (mashed potatos), Backkartoffeln, gebratenen Kartoffeln und Pommes verarbeitet und in Eintöpfen und herzhaften Kuchen gegessen. Fisch gibt es auf der Insel im Überfluss und ihre Bewohner werden mit Scholle, Schellfisch und Lachs in der Küche so richtig kreativ. Er wird in Suppen, Pies und in frittierter Kruste serviert.

Englische Küche: Tea Time

Das Nationalgetränk der Engländer ist natürlich der Tee. Auch wenn heute nicht mehr pünktlich um 5 zur herrschaftlichen Tea Time eingeladen wird, zelebrieren die Engländer das Teetrinken noch immer. Es gibt den traditionellen Afternoon Tea, Early Morning Tea, Breakfast Tea und den High Tea, der abends getrunken wird. Am liebsten natürlich in Form von kräftigen Schwarztee der lose in die Kanne gegeben und immer wieder mit heißem Wasser aufgegossen wird. Die Kombination mit Milch ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig, macht den Tee jedoch milder und cremig.

Auch die Engländer nehmen gerne einen Snack zu sich. Das Sandwich ist wohl der englischste Snack schlechthin und wurde angeblich vom vierten Earl von Sandwich erfunden, der sich sein Essen zwischen zwei Brote legen ließ, um beim Kartenspielen eine Hand frei zu haben. Danach wurde das „Brot wie Sandwich“ beim Adel weitreichend bekannt und beliebt. Eine andere Version besagt, der Earl wollte beim Arbeiten am Schreibtisch nicht für das Essen eine Pause einlegen und erfand deshalb das Sandwich.

Heute ist das Sandwich in allen Variationen, ob mit Cheddar, Schinken, Räucherfisch oder einer Scheibe Rinderbraten belegt, ein beliebtes Essen für unterwegs und vom Nachmittagstee nicht mehr wegzudenken. Auch Kopfsalat, Tomaten und Gurken dürfen auf dem Brot nicht fehlen. Aber auch Scones mit Erdbeermarmelade Clotted Cream (eine Art dicker Rahm), Cupcakes, Crumble, Toffees und Pies sind beliebte Happen zum Tee.

Abends darf es dann ruhig etwas mit Prozenten sein. Viele englische Regionen haben ihr eigenes Bier, das in den Pubs gerne mal zum Feierabend getrunken wird. Beliebte alkoholische Getränke in England sind:

  • Real Ale
  • Guinness
  • Lager Bier
  • Gin
  • Cider
  • Portwein

Englische Spezialitäten und Gerichte

Für lange Zeit galt die Küche Englands als ungenießbar und einfallslos. Man assoziierte sie mit fettigen und öligen Speisen, die am besten noch frittiert sind, wie die allgemein bekannten Fish & Chips und den übermäßigen Einsatz von Essig. Doch von diesem schlechten Ruf erholt sich die englische Küche allmählich wieder und erhält durch internationale Einflüsse und das Wirken von jungen englischen Köchen einen Aufschwung.

Deftige Hausmannskost aus traditionellen Gerichten treffen hier auf exotische Aromen aus den ehemaligen Kolonien, wie Indien. Deshalb sind englische Klassiker, wie Roast Beef genauso beliebt, wie Currys. Chicken Tikka Masala gilt schon lange nicht mehr als immigriertes Gericht, sondern ist fester Bestandteil der englischen Küche.

Berühmt sind auch die unzähligen englischen Pies und Pasties. Pies sind in England besonders in der Variante als herzhafte Pasteten beliebt. Sie bestehen aus einer Füllung aus zum Beispiel Hackfleisch und Kartoffeln oder Hühnerfleisch und Pilzen, die unter einer Teighülle schlummert. Aber auch Gemüse oder Fisch wird in der englischen Küche gerne mit Teig ummantelt. Pasties sind kleine handliche mit Fleisch und Gemüse gefüllte Blätterteigtaschen, die gerne unterwegs gegessen werden.

In Gerichten und auf Sandwiches kommt Cheddar zum Einsatz. Der Hartkäse stammt von der Insel und ist nach einem Dorf in Südwestengland benannt. Traditionell hat er eine sehr lange Reifezeit, die sich bis auf zwei Jahre strecken kann. Das erste Mal schriftlich erwähnt wird Cheddar schon 1655. Von den kleinen englischen Brötchen mit dem Namen Scones gibt es auch eine beliebte Variante mit Cheddar, die Cheese Scones.

Weitere typisch englische Spezialitäten

  • Yorkshire Pudding ist eine Art Gebäck aus Mehl, Milch, Eiern, Fett und Gewürzen, das als Beilage zu Fleischgerichten gereicht wird. Backt man ihn in Pastetenformen entsteht eine Mulde auf seiner Oberfläche, in die die Bratensauce gefüllt wird. Graniert man den Yorkshire Pudding mit Zuckersirup oder Marmelade, kann man ihn als Nachspeise servieren.
  • Stew entspricht unserem Eintopf und kann eine Vielzahl von Zutaten in sich kombinieren von Kartoffeln, Möhren und Bohnen sowie Rindfleisch, Würstchen und Meeresfrüchte. Als Suppenbasis kann statt Wasser auch Bier, Wein oder Cider genutzt werden.
  • Für Toad in the hole (dt.: Kröte im Loch) werden Würstchen in einer Auflaufform in Yorkshire-Pudding gebacken.
  • Bangers and mash ist ein simples Gericht aus gebratenen Würsten aus Schwein-, Rind- oder Lammfleisch und Kartoffelpüree. Dazu werden zum Beispiel Erbsen gegessen.
  • Lancashire Hot Pot ist ein Eintopf aus Lammfleisch und Zwiebeln, der mit Kartoffelscheiben bedeck und dann im Ofen gebacken wird.
  • Fudge ist ein weiches süßes Karamell-Konfekt.
  • Mince Pies sind kleine Teigküchlein aus Mürbe- oder Blätterteig, die mit Früchten und Nüssen gefüllt und mit Zimt und Muskat gewürzt werden. Sie werden vor allem zur Weihnachtszeit gegessen.
  • Für Crumble werden Früchte mit Streuseln bestreut und dann im Ofen gebacken. Am bekanntesten ist der Apple Crumble.

Englische Rezepte

Shepherd’s Pie

Der Shepherd’s Pie ist ein absoluter Klassiker der englischen Küche und als solcher weltweit bekannt. Er besteht aus einer unteren Fleischschicht, die mit einer Schicht aus geriebenen Kartoffeln oder Kartoffelbrei bedeckt und im Ofen gebacken wird. Ursprünglich war dieses deftige Gericht ein Resteessen in dem übriggebliebenes Fleisch genutzt wurde. Heute besteht die untere Schicht aus Hackfleisch (in England meist vom Lamm). Natürlich können Sie auch Reste vom Vortag in ihm verwerten.

Zutaten:

  • 500 g Hackfleisch (z.B. aus 1 Scheibe Lamm Keule)
  • 100 g Kartoffeln
  • 40 g Butter
  • 50 g Sellerie
  • 1 Zwiebel
  • 100 g Karotten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Tomaten Mark
  • Öl
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:

  1. Heizen Sie den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vor. Schälen Sie die Kartoffeln zum Beispiel mit einem Kai Selekt T-Schäler und kochen Sie sie in Salzwasser gar. Das Kochwasser abgießen und Butter zu den Kartoffeln geben. Nun stampfen Sie das Ganze zu Kartoffelbrei.
  2. Entfernen Sie die Schale von Möhren, Zwiebeln und Sellerie und schneiden Sie alles in Würfel. Geben sie etwas Wasser in einen Topf und kochen Sie Möhren und Sellerie darin.
  3. Als nächstes braten Sie das Hackfleisch in 1 EL Öl an und geben die Zwiebeln dazu. Dann geben Sie das gekochte Gemüse mit in die Pfanne und braten es mit. Mischen Sie das Tomatenmark unter das Fleisch und würzen Sie kräftig mit Salz und Pfeffer.
  4. Anschließend geben Sie das Hackfleisch in eine Auflauf- oder Pie-Form und verteilen den Kartoffelbrei darauf. Für 30 Minuten im Ofen backen.

Tipp: Verfeinern Sie ihren Shepherd’s Pie doch mit einer knusprigen Käseschicht. Hierzu verteilen Sie auf den Kartoffeln 80 g Gouda oder Cheddar.

Kedgeree

Kedgeree ist ein bei uns eher unbekanntes Gericht, das von englischen Kolonisten in Indien erfunden wurde. Es entstand aus dem indischen Gericht khichri. Zu den Grundzutaten gehören Schellfisch, Reis, Eier und Butter. Das indische Flair erhält das Gericht durch Kurkuma und Currypulver. Da der Fisch möglichst frisch sein sollte, wurde es den Adligen früher zum Frühstück gereicht. Heute wird das Gericht mit geräuchertem Fisch zubereitet und zum Mittag gegessen.

Zutaten für 4 Personen:

  • 400 g geräucherter Schellfisch
  • 4 Eier
  • 500 ml Fischfond
  • 250 g Langkornreis
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bio-Zitrone
  • 2 EL Butter
  • Lorbeerblatt
  • 1 TL Currypulver
  • 1 TL Koriander
  • Salz
  • Cayennepfeffer
  • Muskat

Zubereitung:

  1. Als erstes kochen Sie die 4 Eier, bis sie hart sind, schälen sie und schneiden sie in Würfel. Nehmen Sie eine Reibe zur Hand und raspeln Sie etwas Schale von der Zitrone. Pressen Sie dann den Saft aus der Zitrone. Zwiebel schälen und würfeln.
  2. Kochen Sie den Fischfond in einem Topf auf und geben Sie dann das Lorbeerblatt, Zitronenabrieb und -saft dazu. Legen Sie den Fisch in den Topf und würzen Sie das Ganze kräftig mit Salz und Pfeffer. Zugedeckt 5 Minuten garen lassen und den Fisch dann aus dem Fond nehmen und in Stücke schneiden.
  3. Erhitzen Sie die Butter in einem Topf und dünsten Sie die Zwiebel darin an. Den Reis in den Topf füllen und mit andünsten. Danach würzen Sie ihn mit Salz, Pfeffer, Curry und Muskat.
  4. Mischen Sie etwas vom Fischfond mit 450 ml Wasser und kippen Sie 2/3 von dem Gemisch über den Reis. Reis kochen, bis er weich ist und dabei bei Bedarf Wasser nachkippen.
  5. Zum Schluss mischen Sie den Fisch und die Eier unter den Reis und verfeinern das Gericht mit Koriander.

© StockphotoVideo – Fotolia



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