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Rhabarber – Obst oder Gemüse?

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Im April beginnt die Saison für Rhabarber und er verfeinert endlich wieder Kuchen und Kompott, oder kommt als Gemüse oder Soße zum Fleisch. Da stellt sich für viele die Frage: Was genau ist Rhabarber denn nun? Obst oder Gemüse? Das verraten wir Ihnen und auch, wie vielseitig Sie ihn zubereiten können.

Roher roter Rhabarber

Alles über Rhabarber im Überblick:

Rhabarber – Ein ungewöhnliches Gemüse

Botanisch lässt sich ganz klar sagen: Rhabarber ist ein Gemüse. Er gehört zur Familie der Knöterichgewächse, was ihn zu einem Verwandten von Sauerampfer und Buchweizen macht. Gegessen wird vom Rhabarber ja nicht der Fruchtstand, sondern die Stängel. Verwendet werden diese aber meistens wie Obst, denn der fein säuerliche Geschmack ergänzt Süßspeisen hervorragend. Darauf muss man Rhabarber aber nicht beschränken, denn er macht sich auch in herzhaften Gerichten gut.

Erntesaison für das Gemüse ist von Anfang April bis zum Johannistag am 24. Juni, wie es auch bei Spargel der Fall ist. Danach muss die Pflanze sich erholen, um auch im nächsten Jahr wieder genügend Stängel zu produzieren.

Ursprünglich kommt Rhabarber aus China, wo er schon seit über 4000 Jahren als Heilpflanze angebaut wird. Dabei wurden aber nur die Wurzeln verwendet, die Stängel, auf die wir uns in jedem Frühjahr freuen, wurden einfach weggeworfen. Die Wurzeln wurden eingenommen gegen Verdauungsstörungen und sollten sogar wirksam gegen die Pest sein. Als Nahrungsmittel wurde Rhabarber erst ab dem 18. Jahrhundert in Europa verwendet. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom alten Namen des Flusses Wolga – „Rha“ – ab, über den die Pflanze wohl ursprünglich nach Europa kam. Die Griechen bezeichneten sie als „Wurzel der Barbaren“, denn Barbaren waren alle, die kein Griechisch sprachen. Daraus ergab sich dann der Name Rhabarber.

Inhaltstoffe von Rhabarber

Rhabarber hat auf 100g nur bis zu 21 Kalorien, da er aber ungesüßt kaum genießbar ist, bleibt er zubereitet meist nicht kalorienarm. Wer aber mit Fruchtsaft süßt, anstelle von Zucker, kann bei den Kalorien etwas sparen.

Den sauren Geschmack hat der Rhabarber Dank der enthaltenen Apfel- und Zitronensäure. Dadurch ist er aber auch so vitaminreich. Besonders Vitamin C steckt reichlich in dem Gemüse, von 100 g sind es etwa 8 mg. Somit stärkt Rhabarber das Immunsystem. Auch Magnesium, Kalium, Eisen und Pektine sind in Rhabarber enthalten.

Dass Rhabarber giftig sei, ist ein Irrglaube, oder zumindest, dass er gesundheitsschädigend sei. Rhabarber enthält Oxalsäure, wie zum Beispiel Spinat auch. In den Stängeln ist diese aber nur in unbedenklichen Dosen vorhanden. Nur wer Nierenbeschwerden hat, sollte Rhabarber meiden. Je später der Rhabarber geerntet wird, desto höher ist der Gehalt an Oxalsäure. Die Wirkung von Oxalsäure lässt sich reduzieren, wenn man sie mit Milchprodukten zu sich nimmt, denn das Kalzium neutralisiert die Säure.

Rhabarber verarbeiten

Die Zubereitung von Rhabarber ist unkompliziert und nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Achten Sie darauf, die Blätter vollständig zu entfernen, so dass Sie wirklich nur die Stangen zu sich nehmen. Bei jungem Rhabarber mit feinen Stängeln müssen diese nicht einmal unbedingt geschält werden. Rhabarber schälen ist aber auch schnell erledigt, denn dazu müssen Sie die Schale nur an einem Ende der Stange mit einem Schälmesser einschneiden und können Sie dann mit den Fingern abziehen. Die weitere Zubereitung hängt natürlich vom jeweiligen Rezept ab.

Tipps:

  • In ein feuchtes Tuch eingewickelt hält sich Rhabarber im Kühlschrank einige Tage frisch.
  • Rhabarber eignet sich sehr gut zum Einfrieren. Einfach die geschälten Stangen in Stücke schneiden und ab damit in den Gefrierbeutel.

Rhabarber richtig zubereiten

Rhabarber können Sie auf verschiedene Arten zubereiten. Für viele Rezepte muss der Rhabarber vor der Weiterverarbeitung blanchiert werden. Hierfür kochen Sie einen Topf mit Wasser auf und geben die Rhabarberstücke für 3 bis maximal 5 Minuten in das kochende Wasser. Blanchierter Rhabarber schmeckt zum Beispiel in Salaten sehr lecker. Für süßes Kompott ist es am besten, wenn Sie ihn im eigenen Saft kochen.

Rhabarber als Gemüse – Herzhafte Gerichte

Das Gemüse kann auch als solches verwendet werden und harmoniert wunderbar mit Fisch und Fleisch. Aber auch Vegetarier kommen bei herzhaften Rezepten mir Rhabarber auf ihre Kosten. Hier finden Sie Rezepte für herzhafte Gerichte mit Rhabarber.

Rucola-Rhabarber-Salat mit gratiniertem Ziegenkäse

(ergibt 4 Portionen)

Zutaten:

  • 600 g Rhabarber
  • 1 Schalotte
  • 5 EL Sonnenblumenöl
  • 200 ml Sauerkirsch-Nektar
  • 150 g Rucola
  • 3 EL Himbeeressig
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Pinienkerne
  • 2 Rollen Ziegenweichkäse (etwa 400 g)
  • 1 TL Thymian
  • 4 TL Honig

Zubereitung:

  1. Waschen und Putzen Sie den Rhabarber und ziehen Sie die Schale ab. Schneiden Sie die Stangen in etwa 3 cm lange Stücke. Schälen Sie die Schalotte, würfeln Sie sie fein und schwitzen Sie sie in einem Esslöffel Öl glasig an. Geben Sie den Rhabarber hinzu und dünsten Sie ihn kurz mit. Dann den Kirschsaft angießen und alles etwa fünf Minuten köcheln lassen. Geben Sie die Rhabarberstücke und die Schalottenwürfel in ein Sieb. Fangen Sie den Sud dabei auf und lassen Sie beides abkühlen.
  2. Waschen sie den Rucola, schleudern Sie ihn trocken und zupfen Sie ihn in mundgerechte Stücke. Verrühren Sie den Kirschsud mit Himbeeressig und dem restlichem Öl und schmecken Sie das Dressing mit Salz und Pfeffer ab.
  3. Rösten Sie die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett goldbraun an.
  4. Schneiden Sie den Ziegenkäse in etwa 2 cm breite Scheiben und geben Sie diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Gratinieren Sie sie unter dem 180 Grad heißen Backofengrill für einige Minuten, bis der Käse anfängt, zu zerlaufen.
  5. Verteilen Sie den Rucola, die Rhabarberstücke mit Schalottenwürfeln auf Tellern und richten Sie den Ziegenkäse darauf an. Träufeln Sie Honig über den Käse und streuen Sie Thymian darüber. Garnieren Sie vor dem Servieren den Salat mit Pinienkernen und reichen Sie das Dressing dazu. Dazu passt frisches Baguette.

Schweinelende mit Rhabarber

(ergibt 4 Portionen)

Zutaten:

  • 600 g Rhabarber
  • 2 EL Honig
  • 1 EL Zitronensaft
  • 3 Zweige Rosmarin
  • 600 g Schweinefilet pariert
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 EL Rapsöl
  • 150 ml Fleischbrühe

Zubereitung:

  1. Heizen Sie den Ofen auf 160°C Unter- und Oberhitze vor.
  2. Waschen und schälen Sie den Rhabarber und schneiden Sie ihn schräg in 1 bis 2 cm breite Stücke. Vermengen Sie die Stücke mit dem Honig, Zitronensaft und Rosmarin und verteilen Sie alles in einer ofenfesten Form.
  3. Spülen Sie das Fleisch ab, tupfen Sie es trocken und halbieren oder dritteln Sie es, je nach Größe der Form. Würzen Sie es mit Salz und Pfeffer und braten sie es in Öl rundherum braun an. Nehmen Sie das Schweinefilet aus der Pfanne und geben Sie es auf das Rhabarber-Bett. Lassen Sie alles im Ofen ca. 25 Minuten schmoren. Gießen sie dabei zwischendurch immer wieder Brühe an und übergießen Sie das Fleisch mit dem Bratensaft.
  4. Schmecken Sie vor dem Servieren ab und lassen Sie das Fleisch vor dem Anschneiden noch ein wenig ruhen.

Rhabarber als Obst – Süße Gerichte

Wir haben ja bereits festgestellt, dass Rhabarber kein Obst ist, aber meist genauso verwendet wird. Ohne Klassiker wie Rhabarberkuchen und -kompott geht es eben einfach nicht, deshalb haben wir hier auch noch Rezeptideen für alle, die es süß mögen, zusammengestellt.

Rhabarberkuchen vom Blech – Schnell und einfach

Zutaten:

  • 600 g Rhabarber
  • 250 g Butter
  • 250 g Zucker
  • 1 TL Vanillepulver, ungesüßt
  • 5 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 400 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 80 g Zucker
  • 1 TL Zimt

Zubereitung:

  1. Schneiden Sie die gewaschenen und abgezogenen Rhabarberstangen in ca. 2 cm große Stücke.
  2. Rühren sie die weiche Butter mit Zucker und Vanillepulver schaumig. Rühren Sie nach und nach die Eier unter und fügen Sie eine Prise Salz hinzu. Vermischen sie das Mehl mit dem Backpulver und rühren sie es unter die Buttermasse. Verteilen Sie den Rührteig auf einem gut gefetteten Backblech mit hohem Rand und streichen Sie ihn glatt.
  3. Belegen Sie ihn mit den Rhabarberstücken. Vermischen Sie Zucker und Zimt und streuen Sie die Mischung über den Kuchen. Backen Sie den Kuchen im vorgeheizten Ofen bei 175°, auf der mittleren Schiene für etwa 40 Minuten.

Rhabarberkompott

Zutaten:

  • 5 Stangen Rhabarber
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Bio-Zitrone
  • ca. 1-2 EL Zucker pro Stange (nach Geschmack)
  • 1 Msp. Zimt
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Putzen Sie den Rhabarber und schneiden Sie ihn in 2 bis 4 cm große Stücke. Reiben Sie ein wenig der Zitronenschale ab, halbieren Sie die Zitrone dann und pressen Sie sie aus.
  2. Geben Sie den Saft zusammen mit der abgeriebenen Schale, dem Rhabarber und dem Salz in einen Topf. Schneiden Sie die Vanilleschote längs auf, kratzen Sie das Mark heraus und geben Sie Mark und Schote mit in den Topf. Rühren Sie Zimt und Zucker unter.
  3. Dann kochen Sie den Rhabarber auf. Lassen Sie ihn ca. 10 Minuten köcheln. Dabei verliert er Wasser und wird zerkocht. Bei Bedarf das fertige Kompott mit Gelatine andicken.
@ Fotolia - Brent Hofacker


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