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Messerkauf in Zeiten der Inflation: billig vs. teuer

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Im November denken gut organisierte Menschen schon intensiv über Weihnachtsgeschenke nach. Wie wäre es mit einem Messer? Ein gutes Schneidwerkzeug macht Hobbyköchen sicher Spaß. Doch die Sorge vor hohen Energie- und Lebensmittelpreisen dämpft den Spaß am Geldausgeben. Verständlich, wenn man da bei gutem Werkzeug und anderen schönen Dingen etwas auf die Bremse tritt. Warum es sich vielleicht doch lohnt, ein paar EURO mehr zu investieren.

Unterschiede zwischen günstigen und teuren Küchenmessern

Das bekannte schwedische Möbelhaus, der größte Online-Versandhändler oder sogar der Supermarkt nebenan bieten Küchenmesser für erstaunlich wenig Geld an. Da muss man nicht lange überlegen und der innere Schnäppchenjäger freut sich! Manche der günstigen Produkte machen auf den ersten Blick auch keinen schlechten Eindruck. Wenn man nur gelegentlich den Kochlöffel schwingt, reicht diese Ausstattung oft auch vollkommen aus. Die Mehrzahl der Deutschen ist heute damit ausgestattet. Der Markt für professionelle Küchenmesser ist dagegen überraschend klein.

Allzu viel erwarten, sollte man von der Errungenschaft vielleicht erst mal nicht. Natürlich muss man hier Kompromisse machen. Wenn man bedenkt, dass nur der Stahlrohling für ein geschmiedetes Profimesser schon das Vielfache des Verkaufspreises eines solchen Produktes kostet, dann kann man erahnen, dass bei der Produktion keinerlei Extravaganzen möglich sind. Schließlich wollen auch noch der Handel und der Transport eingepreist werden. Aber diese Messer sind ja auch nicht für die Ewigkeit gebaut. Der Kunde soll ja schon bald wieder auf der Matte stehen und Nachschub ordern. Die Klingen sind zumeist nur ausgestanzt und die Griffe aus einfachen Kunststoffen. Während sich ein Profimesser von oben nach unten und von hinten nach vorn verjüngt, wird bei preiswerter Ware oft nur die Phase angeschliffen. Selbst wenn man sich die Mühe macht und das Messer richtig nachschärft, wird die hohe Keilwirkung die Arbeit trotzdem nicht gerade zum Vergnügen machen.

Apropos Schliff: Mal ganz abgesehen davon, dass sich hier ein professioneller Nachschliff auf Grund des Preises kaum lohnt (Neukauf ist billiger), wird jede Schleiferei solche Messer nur mit Zähneknirschen annehmen. Der Aufwand ist deutlich höher als bei Profimessern, das Ergebnis lässt aber am Ende jedoch meistens zu wünschen übrig. Es fehlt solchen Messern einfach am nötigen Schärfepotential. Enttäuschend ist dann auch die Standzeit. Nach wenigen Tagen ist die Klinge wieder genauso stumpf wie zuvor, was nicht selten zu großer Enttäuschung beim Besitzer führt. Die Idee einer nachhaltigen Instandsetzung statt eines Neukaufs geht hier leider nur in den seltensten Fällen auf. Aber auch der beste Schleifermeister kann aus einem lieblos zusammengeschusterten Stück Metall kein rasiermesserscharfes Profiwerkzeug machen.

Kriterien beim Messerkauf

Dennoch lässt der Preisdruck in Zeiten von Inflation und Energiepreisen vielen Kunden kaum eine andere Wahl. Auch für unser Sortiment suchen wir heute mehr denn je nach preiswerten – aber trotzdem ordentlichen Alternativen. Hier ist allerdings das Angebot leider sehr überschaubar. Worauf muss man achten?

  • Sind die Griffe fest und fugenfrei montiert?
  • Verjüngt sich die Klinge vom Rücken bis zur Schneide?
  • Macht das Messer insgesamt einen soliden Eindruck?
  • Ist das Messer einigermaßen ausbalanciert und kippt weder stark zum Griff noch zur Klinge?
  • Ist die Schneide sauber ausgeschliffen?
  • Besser Finger weg von Microverzahnungen. Das funktioniert nur ganz kurz und lässt sich nicht mehr nachschleifen. Ein Kauf für den Mülleimer.

Sind diese Kriterien erfüllt, wird man ganz gut mit dem Messer arbeiten können. Wer sich am Ende doch für das deutlich teurere Profiwerkzeug entscheidet, muss sich im Hinblick auf die schleichende Geldentwertung aber auch keine großen Sorgen machen. Ein richtig gutes Messer verliert, im Gegensatz zu einer EURO-Banknote, seinen Wert nicht. Messer können bei guter Pflege noch an die nächste Generation weitergegeben werden. So manche besonderen Stücke bestimmter Schmieden werden heute (am besten unbenutzt und originalverpackt) zu enormen Preisen gehandelt.

Und noch ein Aspekt spricht für die Investition in gutes Werkzeug: Die Arbeit damit macht einfach Spaß. Gemüseschneiden kann eine ausgesprochen befriedigende, meditative Tätigkeit sein. Kochen wird zur Leidenschaft statt Pflichtausübung.

Hoch