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Gastrosophie – Was ist das?

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Was wie eine schlimme Magenverstimmung klingt, ist in der Tat etwas ganz anderes. Unter Gastrosophie versteht man die Wissenschaft vom Essen, und diese ist keine neue Erfindung, wie uns die Werbung mit Fragen wie „Woran erkenne ich eigentlich gute Lebensmittel?“ vortäuschen will. Denn: Der Mensch hat sich schon immer Gedanken um sein Essen und sein Wohnbefinden gemacht.

Meeresfrüchte und Wein

Wissenswertes über Gastosophie:

Ein kurzer Abriss der Geschichte

Die Gastrosophie ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon im 16. Jahrhundert v.Chr. standen für die alten Ägypter Nahrung und Leben in einem festen Zusammenhang. Der griechische Gelehrte Epikur sah über 1.300 Jahre später den Bauch als Wurzel des Guten an. Und so ging es weiter in der Geschichte:

  • Montaigne (1533-1592) forderte einen lustbetonten Umgang mit Nahrung und Geschmack, der auch das Leben und den Bauch mit einschließt,
  • Descartes (1596-1650) sah einen engen Zusammenhang zwischen Nahrung und Denken und
  • Friedrich Nitzsche (1844-1900) verband mit der Verdauung Intelligenz, denn der homo sapiens habe die Kultur des Geschmacksinnes ausgebildet und verfeinert.

Die moderne Gastrosophie

Den Begriff der modernen Gastrosophie hat Baron Eugen von Vaerst (1792-1855) geprägt. In seinem Werk Gastrosophie oder Lehre von den Freuden der Tafel unterscheidet er drei Arten von Essern:

  1. Ein Gourmand war ein „Leckermaul“, das keine Mäßigung kannte. Er wurde häufig auch als „Vielfraß“ bezeichnet. Heute versteht man darunter mehr den „Liebhaber des Genusses“, ohne ihn dabei negativ zu bewerten.
  2. Der Gourmet ist der Genießer pfiffiger Gerichte und Getränke. Er ist der Feinschmecker, wie man ihn heute auch kennt.
  3. Der Gastrosoph genießt bewusst und wählt nur das aus, was seiner Gesundheit und der Sittlichkeit zugutekommt.

Seit dem 19. Jahrhundert hat der Begriff eine Erweiterung erfahren. Er umfasst nun alles, was die Zubereitung und Darbietung von Speisen, Getränken und Genussmitteln betrifft. Das schließt alle Bücher rund ums Kochen, Backen, Servieren, Bestecke oder Tischdekoration sowie auch Menükarten, aber auch die verschiedenen Herstellungsverfahren mit ein.

Die Gastrosophie als wissenschaftliche Lehre

Die wissenschaftliche Verbreitung der Gastrosophie steckt noch in den Kinderschuhen. Die Universität Salzburg hat mit dem „Master of Gastrosophy“ einen interdisziplinären Studiengang geschaffen, der Gegenstandsbereiche vereint wie:

  • Ernährungssoziologie
  • Nahrungsforschung
  • Kulturgeschichte
  • Anthropologie
  • Ökotrophologie
  • Medizin
  • Philosophie

Die gastrosophische Forschung spannt dabei den Bogen von der Notwendigkeit und der Geschichte des Essens bis zu modernen Erscheinungen wie Slow-Food oder synthetischem Food-Design.

Brauchen wir die Gastrosophie?

Ein Streifzug durch einen Supermarkt offenbart das eigentliche Problem, vor dem wir heute stehen. Die Regale sind prall gefüllt mit Lebensmitteln in allen erdenklichen Farben und Formen. Zu jeder Jahreszeit ist alles verfügbar, wenn nicht frisch aus tropischen Regionen eingeflogen, dann zumindest tiefgefroren. Das stellt uns vor das Problem, das wir auswählen müssen. Greifen wir zum teuren Luxusprodukt oder zum hochindustriell verarbeiteten Fertiglebensmittel? Die Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre oder auch die Fast-Food-Industrie machen die Entscheidung beim Wocheneinkauf nicht leichter. Vor Jahren entstand daher in Italien der Slow-Food-Trend: Mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln wird genussvoll gekocht. Der gastrosophische Studiengang der Universität Salzburg gibt dieser Bewegung angesichts der steigenden Fettleibigkeit, zunehmender Essstörungen und der Unsicherheit der Verbraucher eine wissenschaftliche Basis.

Was wir selbst tun können, um genussvoll zu Leben

Im Vordergrund unserer Ernährung sollte immer die Frage stehen: Welche Auswirkungen haben die Lebensmittel auf meinen Körper und meinen Geist? Ob die Entscheidung zugunsten des Steaks vom Bio-Bauern um die Ecke fällt oder ob ich ganz auf tierische Produkte verzichte, ist eine Entscheidung, die jeder für sich allein treffen muss, ohne nach dem Essen vom schlechten Gewissen geplagt zu werden. Auch die Frage, was gute Lebensmittel kosten dürfen, muss jeder für sich allein beantworten. Ein Blick auf die Zutatenliste kann häufig schon einen ersten Anhaltspunkt zur persönlich richtigen Entscheidung sein.

Quelle Bild Meeresfrüchte und Wein: © Natalia Klenova – Fotolia.com



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